RECAP
Zukunft beginnt mit Qualifizierung und mit Menschen, die sie gemeinsam gestalten.
5. September 2026 | LOKSCHUPPEN Marburg
Ein Tag zum Zuhören, Nachfragen und Weiterdenken
Was entsteht, wenn Menschen mit unterschiedlichen Erfahrungen, Berufen und Perspektiven gemeinsam darüber nachdenken, wie internationale Qualifizierung gelingen kann?
Beim proQforum 2026 kamen Teilnehmende aus Ruanda, Österreich, der Schweiz, den Niederlanden und Deutschland zusammen. Sie brachten Erfahrungen aus Handwerk, Medizin, Wirtschaft, Bildung, Politik, internationaler Zusammenarbeit und Zivilgesellschaft mit und ganz unterschiedliche Zugänge zu den Fragen, die uns bei proQ bewegen.
Dabei begegneten sich Personen, die die Arbeit schon lange begleiten, und Personen, die zum ersten Mal dabei waren. Erfahrungen aus vielen Jahren Zusammenarbeit trafen auf neue Ideen und konkrete Vorhaben.
Ein Tag zum Zuhören, Nachfragen, Diskutieren, Kennenlernen – und Weiterdenken.

Unterschiedliche Perspektiven – eine gemeinsame Frage
Der Vormittag öffnete zunächst den Blick. Dr. Thomas Spies, Oberbürgermeister der Stadt Marburg, begrüßte die Gäste. Mit Gildas Mukunde, Stellvertretender Botschafter der Republik Ruanda, war die ruandische Perspektive von Beginn an präsent. Er betonte, wie wichtig eine fundierte Ausbildung für die Jugend seines Landes sei.
For Rwanda, skills development is a central part of our development journey.
We need young people who are not only educated, but equipped with practical and relevant skills; trainers who can continuously develop their expertise; and stronger links between education, the private sector and the needs of a changing economy.
This is what makes the work of proQ particularly relevant. Its approach goes beyond training alone. It seeks to develop professional competence, strengthen trainers, promote talent, facilitate technology transfer and support transformation in cooperation with local partners.”
Michael Olma, vom Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH), öffnete anschließend mit seiner Keynote den fachlichen Diskurs. Er beschrieb Veränderungen in Berufsausbildung, Entwicklungszusammenarbeit und Außenwirtschaft und gab Anregungen, welche Rolle internationale Qualifizierungs- und Fachkräftepartnerschaften dabei spielen können.
Damit war die große Frage des Tages gesetzt: Wie können berufliche Bildung, internationale Zusammenarbeit und Fachkräfteentwicklung so zusammengedacht werden, dass daraus langfristige Perspektiven entstehen?

Dr. Thomas Spieß

Gildas Mukunde

Michael Olma (ZDH)
Internationale Zusammenarbeit – drei Blickwinkel
Was bedeutet internationale Zusammenarbeit eigentlich für die Menschen, die sie gestalten?
Darüber sprachen Pascal Bataringaya, Präsident der Presbyterianischen Kirche Ruandas (EPR), Tim Bluthardt und Felix Wagner.
Rev. Dr. Pascal Bataringaya brachte dabei die Perspektive eines langjährigen ruandischen Partners in den Bereichen Bildung und Medizin ein. Tim Bluthardt blickte auf gewachsene Zusammenarbeit und aktuelle Entwicklungen, Felix Wagner auf die Perspektive einer nächsten Generation, die sich mit ihrem Fachwissen international einbringt.


Talkrunde im Trialog zwischen Pascal Bataringaya, Tim Bluthardt und Felix Wagner
Links im Bild (v.l.n.r.): Christina Schäfer, Tim Bluthardt und Rev. Pascal Bataringaya, Rechts im Bild: Blick ins Plenum
Sechs Breakouts - sechs Zugänge
Dann wurde aus dem großen Plenum ein Gespräch in kleineren Runden. Sechs Breakout-Sessions öffneten sehr unterschiedliche Fenster auf das, worum es bei proQ geht: unternehmerische Zusammenarbeit, Leben und Arbeiten in Ruanda, internationale Fachkräfte, moderne Holztechnik, globale Qualifizierung und medizinisches Engagement.
Es wurde erzählt, was funktioniert und es wurden Erfahrungen geteilt. Darüber hinaus war Zeit, Fragen zu stellen und über Herausforderungen zu sprechen.
Gemeinsames Essen und Zeit für Begegnung gehörte genauso zum Forum wie das Programm auf der Bühne.
Von Marburg nach Rubengera und Kigali
Am Nachmittag wurde das, worüber am Vormittag gesprochen worden war, weiter vertieft.
Per Live-Schaltung ging es nach Rubengera. Dort ist das globale Qualifizierungsprogramm für Holztechnik wenige Wochen zuvor mit 14 Teilnehmenden gestartet. In einem Filmbetrag gab es aktuelle Einblicke in die Werkstatt und in die Ausbildung.
Auch Paul Umukunzi, Generaldirektor des ruandischen Ausschusses für berufliche Bildung (TVET Board), schaltete sich aus Kigali zu und ordnete die Aktivitäten von proQ als eine wichtige Initiative für die Entwicklung der beruflichen Bildung in Ruanda ein.
Das eingegangene Statement der deutschen Botschafterin in Kigali, Heike Uta Dettmann, betonte den Wert des Engagements von proQ.

Teilnehmende und Werkstatt des globalen Qualifizierungsprogramms

Paul Umukunzi
Die Jugend Ruandas ist eine der wertvollsten Ressourcen des Landes. Berufliche Bildung verwandelt Potenzial in Kompetenzen, Beschäftigung und wirtschaftliche Perspektiven. Gemeinsam können Deutschland und Ruanda durch innovative Programme wie das globale Qualifizierungsprogramm für Holztechnik qualifizierte Arbeitskräfte ausbilden und so Chancen schaffen, die zu einer prosperierenden Zukunft für beide Länder beitragen.
Internationale Zusammenarbeit entsteht nicht auf dem Papier. Sie entsteht zwischen Menschen.
Was wirkt nach?
Am Ende eines solchen Tages kann nicht jede Frage beantwortet sein. Spannender ist: Was nehmen Menschen mit? Welche Gespräche gehen weiter? Welche neuen Verbindungen sind entstanden?
In der Resonanzrunde kamen Eindrücke aus den Breakout-Sessions zurück ins Plenum. Und auch nach dem Forum zeigt sich: Kontakte wurden geknüpft, bestehende Beziehungen vertieft, neue Ideen angestoßen und nächste Schritte verabredet.
Das proQforum war damit nicht nur ein Ort, an dem über internationale Zusammenarbeit gesprochen wurde. Es hat Zusammenarbeit ermöglicht.

Was bleibt – und was kann wachsen?

Dieser Tag hat sichtbar gemacht, wie viel Erfahrung, Fachwissen und persönliche Verbindung bereits im Netzwerk von proQ steckt.
Und gleichzeitig, wie viel daraus noch entstehen kann.
Kontakte wurden geknüpft, bestehende Beziehungen vertieft, neue Ideen angestoßen und nächste Schritte verabredet.
Für proQ war dieser Tag deshalb mehr als eine Veranstaltung. Er brachte zusammen, was unsere Arbeit ausmacht: Qualifizierung, langfristige Partnerschaften, unterschiedliche Perspektiven – und Menschen, die bereit sind, Verantwortung zu übernehmen und ihr Wissen zu teilen.

Tim Bluthardt & Dr. Joachim G. Drechsel
Vorstand von proQ e.V.
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Danke.
Danke an alle Referentinnen und Referenten, Gäste, Partner, Unternehmen, Unterstützerinnen und Unterstützer – und an alle, die diesen Tag mit ihren Erfahrungen, Fragen, Ideen und ihrer Offenheit geprägt haben.
Das proQforum 2026 ist vorbei.
Die Gespräche gehen weiter.
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